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Anders Sein - und trotzdem verbunden! Ein Workshop für Paare

Uwe Krist

Arillas ist nicht nur ein wunderbarer Ort für den perfekten Badeurlaub, sondern auch der ideale Platz für eine Forschungsreise nach Innen, in das Herz von Beziehungen.

In vielen Workshops für Paare liegt der Fokus darauf, Momente und Gefühle von Harmonie und Gemeinsamkeit zu schaffen – quasi den Modus der Verliebtheit aus dem Anfang der Beziehung wieder aufleben zu lassen. Aber Verliebtheit geht vorbei, und leider ist auch das Revival meist nicht nachhaltig.

Zurück im Kontext des Alltages verblassen die schönen Momente schnell, und die alten Strukturen und Konflikte schleichen sich wieder ein. Wir wollen deshalb in dieser Woche einen etwas anderen Weg gehen. Wir wollen ganz bewusst Raum für unser Anders-Sein schaffen, denn nur aus diesem Raum heraus entsteht eine Beziehung, die Verbundenheit und individuelle Entfaltung auf einer tieferen und nachhaltigeren Ebene möglich macht.

Warum gibt es überhaupt Konflikte in Beziehungen?

Wären wir alle gleich, gäbe es keine Konflikte in Beziehungen. Wir würden immer das Gleiche wollen, das Gleiche fühlen, das Gleiche denken, das Gleiche tun, gleich reagieren. Aus zwei Menschen wäre eine perfekt harmonische Einheit entstanden, unsere jeweilige Individualität hätte sich aufgelöst. Wir kennen dieses Gefühl: wenn wir verliebt sind, fühlt es sich ja tatsächlich genau so an. Früher oder später, wenn die Wirkung von Oxytozinen und Endorphinen nachläßt, holt uns aber die Realität wieder ein. Wir sind durchaus verschieden, sehr verschieden sogar, und immer öfter fühlen wir nicht das Gleiche, denken nicht das Gleiche und reagieren nicht auf die gleiche Weise. Am sensibel erleben wir das bei unserem Wollen – also unseren Wünschen und Bedürfnissen. Hier entstehen unvermeidlich nach und nach Enttäuschungen. Unser Anders-Sein wird dann zur größten Herausforderung in der Beziehung. Konflikte und Disharmonie stören unsere tiefsten emotionalen Beziehungsbedürfnisse nach Sicherheit, Liebe und Versorgtsein. Das Unterschiedliche wird zum Trennenden und wir versuchen intuitiv, zur Harmonie zurückzufinden. Anpassung (d.h. das eigene Anders-Sein unterdrücken) oder Dominanz (d.h. das Anders-Sein des Anderen unterdrücken) spielen dabei eine zentrale Rolle. Aber dadurch entstehen auch die meisten Konflikte. Denn das, was unterdrückt wird, ist ja trotzdem noch da und meldet sich früher oder später zurück. In fast allen Beziehungen finden wir diese Dynamiken – manchmal sehr offen, aber oft auch so subtil sein, dass wir es kaum oder gar nicht merken.

Wenn wir eine Beziehung als gleichberechtigte Partnerschaft leben möchten, in der sich beide Partner auch individuell entfalten können, müssen wir uns aus der Dynamik von Anpassung und Dominanz lösen. Wir brauchen eine Alternative. Wie das gelingen könnte, wollen wir in dieser Woche

gemeinsam erforschen. Unser zentrales Anliegen dabei ist, einen Raum für das Anders-Sein beider Partner zu schaffen. Meine Erfahrung aus der Arbeit mit vielen Paaren zeigt mir: wenn das Unterschiedliche angenommen wird, erleben wir, dass es uns entgegen unseren tiefsten Befürchtungen nicht zwangsläufig voneinander trennen muss. Wenn der Raum für unser Anders-Sein da ist, kann immer wieder ein Prozess beginnen, der ganz von selbst aus Unterschiedlichem Gemeinsames und aus Trennendem Verbindendes entstehen lässt – auf einer tieferen und freieren Ebene. Anders-Sein und trotzdem verbunden – keine Utopie, sondern etwas, das wir lernen können!

Ablauf

Der Workshop beginnt mit einem kurzen Kennenlernen am Sonntag. Von Montag bis Freitag treffen wir uns vormittags nach dem Frühstück und dann wieder nach dem Abendessen für jeweils ca. 2h – 2,5h. Dazwischen (ca. 13:00 Uhr bis 19:00 Uhr) bleibt genug Raum für individuelle Gestaltung, zum Beispiel Strand, Wandern, Café, oder einfach Ausruhen.




Seminartitel Anders Sein - und trotzdem verbunden! Ein Workshop für Paare
Kursnummer OUC 04
Kurszeit pro Tag ca. 5 Std.
Referent/en Uwe Krist
Preis € 880
Infos als PDF PDF Download



Uwe Krist

studierte ursprünglich Germanistik, Philosophie und Psychologie. Nach einigen Jahren in der Industrie, in mittelständischen Unternehmen und als selbständiger Unternehmer kehrte er zurück zu seinem eigentlichen Herzensanliegen: der Arbeit mit Menschen in Beziehungen. Seit jetzt 10 Jahren arbeitet er als spezialisierter Paartherapeut in Köln. In dieser Zeit hat er über 500 Paare begleitet und Ihnen geholfen, neue Wege in ihren Beziehungen zu gehen. Derzeit entsteht sein erstes Buch „Von der Harmonie zur Polyphonie – Beziehung neu lernen“.